Anteilsveräußerung und Vorabgewinnverteilung

Aktuelles von RSM

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat aktuell entschieden, dass Veräußerer und Er­werber im Zusammenhang mit einem Anteilskaufvertrag einen zivilrechtlich wirksamen und steuerlich anzuerken­nenden Vorabgewinnverteilungsbeschluss fassen können.

Die an den Veräußerer als ausgeschiedenen Gesellschafter ausge­schütteten Beträge sind diesem dann als (nachträgliche) Einkünfte aus Kapital­vermögen zuzurechnen und stellen keine nachträgliche Erhöhung des Veräuße­rungserlöses dar.

In dem vom BFH ent­schiedenen Fall waren Veräußerer und Erwerber mit jeweils 50 % an einer GmbH beteiligt. Die Veräußerung der Anteile erfolgte zum Bilanzstichtag. Weiterhin wurde vereinbart, dass die bis zum Bilanzstichtag entstandenen Gewinne anteilig dem Veräußerer zustehen und im Folgejahr an diesen ausgeschüttet werden sollten.

Der BFH behandelte diese ausge­schütteten  Gewinne als (nach­ trägliche) Einkünfte aus Kapitalvermögen beim Veräußerer der Anteile. Denn Veräußerer und Erwerber hatten kraft notarieller Beurkundung einen zivilrechtlich wirksamen Vorabgewinnverteilungs­beschluss der GmbH zugunsten des Anteilsveräußerers gefasst, der auch steuerlich maßgeblich und anzuerkennen ist.

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