Bitcoins und andere Kryptowährungen

Aktuelles von RSM

Kryptowährungen sind digitale Währungen, deren Zahlungssystem dezentral ausgelegt ist. Die Verwaltung des gesamten Systems wird von keiner klassischen zentralen Institution (wie einer Zentralbank) übernommen, sondern von einer beliebig großen Anzahl an Teilnehmern. Kryptowährungen sind in Deutschland kein gesetzliches Zahlungsmittel, woraus sich für die Besteuerung Besonderheiten ergeben.

Kryptowährungen sind digitale Währungen, deren Zahlungssystem dezentral ausgelegt ist. Die Verwaltung des gesamten Systems wird von keiner klassischen zentralen Institution (wie einer Zentralbank) übernommen, sondern von einer beliebig großen Anzahl an Teilnehmern. Kryptowährungen sind in Deutschland kein gesetzliches Zahlungsmittel, woraus sich für die Besteuerung Besonderheiten ergeben.

Bitcoins sind derzeit die bekannteste Digitalwährung. Sie gelten als Entgelt im umsatzsteuerrechtlichen Sinn. Rechnungen, die in Bitcoins ausgestellt sind, erfüllen die umsatzsteuerrechtlichen Voraussetzungen einer ordnungsgemäßen Rechnung. Werden Waren oder Dienstleistungen mit Kryptowährungen verkauft, liegt ein umsatzsteuerpflichtiger Vorgang vor. Die umsatzsteuerliche Bemessungsgrundlage bestimmt sich in Euro. Zur Umrechnung ist im Zeitpunkt der Entstehung der Umsatzsteuer der letzte veröffentlichte Verkaufskurs der Kryptowährung in Euro umzurechnen. Der Verkäufer beziehungsweise Dienstleister muss den Umrechnungskurs dokumentieren. Der Umtausch von Bitcoins in konventionelle Währungen ist dagegen umsatzsteuerfrei. Die vorgenannten Ausführungen sind auf andere digitale Währungen grundsätzlich übertragbar, solange es sich nicht um Spiel- oder Ingame-Währungen handelt.

Bitcoins als Privatgeld

Einkommensteuerrechtlich ist die Finanzverwaltung der umsatzsteuerrechtlichen Auffassung nicht gefolgt und ordnet die Bitcoins als Privatgeld und eigenständige Wirtschaftsgüter ein. Sofern die Bitcoins im Privatvermögen gehalten werden, stellt der Kauf oder Rücktausch innerhalb eines Jahres ein privates steuerpflichtiges Veräußerungsgeschäft dar. Da die Bitcoins einwandfrei identifiziert werden können, ist der Nachweis der Einhaltung der Jahresfrist unproblematisch. Werden die Bitcoins an andere Nutzer verliehen oder gegen eine Gebühr überlassen, ist der Verkauf erst nach zehn Jahren steuerfrei.

Der steuerpflichtige Gewinn oder Verlust ermittelt sich aus dem Unterschiedsbetrag zwischen dem Verkaufspreis und den Anschaffungskosten zu den jeweiligen Tageskursen einschlägiger Internettauschbörsen oder dem Aufwand, sofern der Bitcoin selbst generiert wurde. Werden im Betriebsvermögen gehaltene Bitcoins veräußert, entstehen Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Sofern eine Bilanzierungspflicht vorliegt, sind die Bitcoins zu aktivieren.

Crypto Token

Für andere digitale Währungen gelten diese Grundsätze nur eingeschränkt. Der Crypto Token beispielsweise soll ein bestimmtes Recht gegen das emittierende Unternehmen gewähren und verliert damit den Währungscharakter. Es besteht Kapitalertragsteuerpflicht; die Versteuerung erfolgt als Einkünfte aus Kapitalvermögen. Da die Finanzverwaltung keine einheitliche Behandlung vornimmt, empfehlen wir eine vorherige steuerrechtliche Beratung.

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