Familieninterne Übergaben bergen weniger Risiken

Das IfM Bonn untersuchte erstmals für Deutschland Stilllegungen von Unternehmen im Vorfeld geplanter Übergaben. Ergebnis: Unternehmen, bei denen bereits zu Beginn eines Übergabeprozesses geplant ist, dass ein Familienmitglied die Nachfolge antreten soll, sind deutlich seltener von einer Stilllegung betroffen, als Unternehmen, die einen Verkauf anstreben.

Familieninterne Übergaben bergen weniger Risiken

Ein Projektteam des IfM Bonn hat in einer Studie untersucht, wie viele Unternehmen im Zuge des Übergabeprozesses stillgelegt werden und welche Faktoren dazu beitragen. Insgesamt betrachtet blieben rund drei Viertel der insgesamt gut 90.000 Betriebe, deren Übergabe im Beobachtungszeitraum geplant war, am Markt bestehen. Diejenigen Unternehmen, die im geplanten Übergabezeitraum stillgelegt wurden, waren eher klein und wiesen überwiegend eine mangelhafte Ertragslage, eine geringere Exportorientierung und/oder eine geringere Investitionsneigung vor der geplanten Übergabe auf.

Familieninterne Übergaben bergen weniger Risiken

Wenngleich auch Übergaben innerhalb der Familie mit Herausforderungen verbunden sein können, so zeigen die Analysen, dass Betriebe, die eine familieninterne Nachfolge planten, seltener im Übergabezeitraum stillgelegt wurden. Dagegen ist eine Stilllegung im Übergabezeitraum für klein(st)e Betriebe wahrscheinlicher, ebenso wie für Betriebe, die eine geringe Exportorientierung aufweisen.

Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit ist entscheidend

Wirtschaftlich attraktive Betriebe gehören vergleichsweise seltener zur Gruppe derer, die im Zuge einer geplanten Übergabe letztlich stillgelegt werden: So ist ein Fortbestand wahrscheinlicher, wenn Betriebe im Vorfeld der geplanten Übergabe keine mangelhafte Ertragslage, einen hohen technischen Stand der Anlagen und höhere Investitionsausgaben aufwiesen. Dies deutet auf offenbar funktionierende Selektionsmechanismen der Marktwirtschaft hin.

Frühzeitig und realistisch planen

„Noch immer wird eine Unternehmensstilllegung im Zuge des Übergabeprozesses als Scheitern verstanden. Dabei handelt es sich um eine ökonomisch-rationale unternehmerische Entscheidung, die nach Abwägung von Erfolgsaussichten und der Kosten, die mit der Übergabe verbunden sind, getroffen wird – auch wenn sie natürlich von den Familienunternehmern und -unternehmerinnen nicht präferiert wird“, berichtet IfM-Projektleiterin Dr. Nadine Schlömer-Laufen.

Sie empfiehlt daher jedem Unternehmenseigentümer und jeder Eigentümerin, sich nicht nur frühzeitig mit dem Zeitpunkt des eigenen Rückzugs zu beschäftigen, sondern sich auch ein realistisches Bild vom Unternehmenszustand zu machen. „Angesichts des zeitlichen und finanziellen Aufwands einer vergeblichen Nachfolgersuche und einer anschließenden Stilllegung ist eine realistische Einschätzung der Bedingungen zentral, unter denen eine Fortführung des Betriebs möglich erscheint“, erläutert Schlömer-Laufen.

Die Studien „Herausforderungen der Unternehmensübergabe: Unternehmen zwischen Fortführung und Stilllegung“ und “Unternehmensnachfolgen in Deutschland 2018 bis 2022“ sind auf der Homepage des Instituts für Mittelstandsforschung (www.ifm-bonn.org) abrufbar.

Praxishinweis: Die Übergabe eines Unternehmens ist mit einer Vielzahl von Herausforderungen verbunden. Zentral für die Realisierung einer Übergabe ist das Finden eines Nachfolgers oder einer Nachfolgerin. Nur dadurch kann auf Dauer eine Unternehmensstilllegung vermieden werden. Gerne beraten und unterstützen wir Sie auch in dieser Phase!

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