Kritik an Erweiterungen der PIE-Kategorien im Code of Ethics

Die Wirtschaftsprüferkammer (WPK) spricht sich ausdrücklich gegen die geplanten Erweiterungen der PIE-Kategorien im IESBA Code of Ethics aus.

Kritik an Erweiterungen der PIE-Kategorien im Code of Ethics

Die WPK hat zu dem Konsultationspapier des International Ethics Standards Board for Accountants (IESBA) zur Überarbeitung der im Code of Ethics (Code) enthaltenen Begriffe „Einheit von öffentlichem Interesse“ (Public Interest Entity – PIE) und „Kapitalmarktnotierte Einheit“ (Listed Entity) Stellung genommen (Proposed Revisions to the Definitions of Listed Entity and Public Interest Entity in the Code).

Konsultation zur Ausweitung der Definition Public Interest Entity (PIE)

Das International Ethics Standards Board for Accountants (IESBA) führt eine Konsultation zur Überarbeitung (Exposure Draft) der im Code of Ethics (Code) enthaltenen Begriffe „Einheit von öffentlichem Interesse“ (Public Interest Entity) und „Kapitalmarktnotierte Einheit“ (Listed Entity) durch (Proposed Revisions to the Definitions of Listed Entity and Public Interest Entity in the Code).

Die in Abstimmung mit dem International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) entwickelten Vorschläge des IESBA sehen insbesondere Folgendes vor:

  • Einführung eines Kriterienkatalogs zur Beurteilung des Grads des öffentlichen Interesses an einer Einheit,
  • Erweiterung der aktuellen Definition PIE um eine weitgefasste Liste von PIE-Kategorien, die auf nationaler Ebene vom jeweiligen Standardsetzer im Zuge der Übernahme des Code gegebenenfalls konkretisiert und angepasst werden sollen,
  • Ersetzung des Begriffs Listed Entity durch Publicly Traded Entity,
  • Einführung einer Verpflichtung für Praxen zur Prüfung, ob zusätzliche Einheiten als PIE behandelt werden sollten,
  • Einführung einer Verpflichtung für Praxen zur Offenlegung, ob sie einen Prüfungsmandanten als PIE behandelt haben.

Kritikpunkte der WPK

Begrüßt wird in der WPK-Stellungnahme zwar das Projekt insofern, als es darauf abzielt, die Definitionen von PIE und Listed Entity im Code und den International Standards on Auditing (ISA) anzugleichen beziehungsweise konsistenter auszugestalten. Dieses Ziel wird allerdings nach Ansicht der WPK mit den Regelungsvorschlägen leider nicht erreicht. Kritisch erachtet die WPK insbesondere die folgenden Punkte:

  • Pflicht zur Anwendung der neuen PIE-Kategorien auch in Jurisdiktionen, die – wie die EU – bereits über eigene robuste PIE-Definitionen verfügen.
  • Erweiterung der PIE-Definition um Einheiten, die Vorsorgeleistungen erbringen oder kollektive Anlageinstrumente anbieten.
  • Einführung einer Verpflichtung zur Prüfung, ob zusätzliche Einheiten als PIE zu behandeln sind.
  • Einführung einer Verpflichtung zur Angabe im Bestätigungsvermerk, ob der Prüfungsmandant als PIE behandelt wurde.

Praxishinweis:Die Definition von Unternehmen von öffentlichem Interesse im Sinne des IESBA Code of Ethics ist nicht vollständig deckungsgleich mit Unternehmen von öffentlichem Interesse im Sinne der EU-Abschlussprüferverordnung (AP-VO). So sind nach dem Code u.a. wertpapieremittierende Unternehmen PIE, deren Wertpapiere an einer anerkannten Börse notiert sind, während die AP-VO hier ausschließlich auf EU-regulierte Märkte abstellt.

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