Neue Regeln für länderbezogene Berichte

Das EU-Parlament hat grünes Licht gegeben für neue Vorschriften zur Unternehmensbesteuerung. Multinationale Großkonzerne müssen künftig offenlegen, wie viele Steuern sie in jedem EU-Staat zahlen. Die neuen Regeln für länderbezogene Berichte sollen für mehr Transparenz sorgen.

Neue Regeln für länderbezogene Berichte

Nach den neuen Vorschriften müssen multinationale Unternehmen und ihre Tochtergesellschaften, die einen Jahresumsatz von mehr als 750 Mio. Euro erzielen und in mehr als einem EU-Staat tätig sind, nun öffentlich machen, wie viele Steuern sie in jedem Mitgliedstaat zahlen. Diese Informationen müssen auch im Internet auf einem Musterformblatt und in einem maschinenlesbaren Format der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

So detailliert müssen die Berichte sein

Damit die von den Unternehmen bereitgestellten Informationen leichter verwendbar und transparenter werden, müssen sie nach der von den Abgeordneten angenommenen Vereinbarung aufgeschlüsselt werden – zum Beispiel nach der Art der Tätigkeiten des Unternehmens, der Anzahl der Vollzeitbeschäftigten, der Höhe des Gewinns oder Verlusts vor Einkommensteuer, der Höhe der aufgelaufenen und gezahlten Einkommensteuer und der einbehaltenen Gewinne.

Auch Tochtergesellschaften oder Zweigniederlassungen, deren Umsatz unterhalb des Schwellenwerts liegt, müssen ihre Steuerinformationen veröffentlichen, sofern davon ausgegangen wird, dass sie nur dazu da sind, dem Unternehmen die Umgehung der neuen Berichtspflichten zu ermöglichen.

Steuertransparenzberichte weltweit

Dem Gesetzestext zufolge erfassen die Steuertransparenzberichte auch die Gebiete, die auf der EU-Liste nicht kooperativer Länder und Gebiete stehen, also Länder auf der sogenannten schwarzen und grauen EU-Liste. Im Januar 2021 hatte das EU-Parlament Berichte bestätigt, nach denen sechs der 20 größten Steueroasen in der EU liegen und dass gleich zwei europäische Staaten zu den sechs größten zählen. Nach einer Studie des Leiters der EU-Steuerbeobachtungsstelle fließen rund 80 % der innerhalb der EU verlagerten Gewinne in EU-Steueroasen.

Hinweis: Mit der Billigung der neuen Regeln zog das Plenum am 9. November 2021 den Schlussstrich unter einen Gesetzgebungsprozess, der sich fünf Jahre in die Länge gezogen hatte.Die Mitgliedstaaten haben nun 18 Monate Zeit, um die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen. Das bedeutet, dass die ersten Bestimmungen Mitte 2024 von den Unternehmen eingehalten werden müssen. Gerne beraten wir Sie bei Vorgehen und Umsetzung.

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