Prototypenhaus: Grenzen des Vorsteuerabzugs

Wird ein privates Wohnhaus zum Smart Home umgebaut und dient es dann als Werbeobjekt, dürfen für den Vorsteuerabzug private Interessen nicht im Mittelpunkt stehen. Dies hat das Finanzgericht Baden-Württemberg klagestellt.

Prototypenhaus: Grenzen des Vorsteuerabzugs

Im Streitfall wehrte sich eine GmbH gegen die Umsatzsteuerfestsetzung. Gesellschafter-Geschäftsführer der GmbH ist Herr C, dessen Ehefrau B bei der GmbH geringfügig beschäftigt ist. Frau B ist Eigentümerin eines Hauses, das sie teilweise an die GmbH vermietet hatte. Für die Miete wurde keine Umsatzsteuer berechnet. Sodann wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten an dem Gebäude vorgenommen. Zudem wurde das Gebäude mit umfangreicher Haustechnik ausgestattet, sodass es zum Smart Home wurde. Als Auftraggeber trat die GmbH auf. Diese beglich auch die Rechnungen. Das Gebäude wird von den Eheleuten zu Wohnzwecken genutzt.

Finanzamt versagte Vorsteuerabzug

Gegenüber dem Finanzamt trug die GmbH vor, es handele sich bei dem Smart Home um ein Prototypenhaus, das von der Ehefrau des Geschäftsführers zwar privat genutzt werde, aber in erster Linie Demonstrationszwecken gegenüber potenziellen Kunden diene. Das Finanzamt versagte den Vorsteuerabzug aus den Rechnungen für Einbauten (Lüftung, Rollläden, Elektroinstallation, Einbau Netzwerk, Einbau Module) und weitere Vorsteuerbeträge (z. B. für Stützstrümpfe, Massagen, Getränke, Lebensmittel, Operettenkarten).

Prototypenhaus diente überwiegend privaten Interessen

Das Finanzgericht Baden-Württemberg bestätigte mit Beschluss vom 8. Februar 2022 (Az. 12 V 2329/20) die Entscheidung des Finanzamts. Nach summarischer Prüfung dienten alle Leistungen unmittelbar ihrem objektiven Inhalt nach den privaten Interessen des Geschäftsführers der GmbH und dessen Ehefrau (Wohnen, Ernährung, Gesundheit, Freizeitgestaltung usw.). Es sei unerheblich, dass die GmbH gegebenenfalls mittelbar die Stärkung der Gesamttätigkeit des Unternehmens durch Nutzung des Gebäudes als Anschauungs- und Werbeobjekt bzw. durch gesundheitsbezogenen Leistungen (Massagen, Stützstrümpfe, Getränke, Lebensmittel usw.) zur Stärkung der Einsatzfähigkeit und Motivation des Geschäftsführers und der Beschäftigten bezweckt haben mag.

Hinweis: Konstruktionen mit gleichzeitigen Wohn- und Geschäftshäusern sind anfällig für Überprüfungen seitens der Finanzämter. Sämtliche Ausgaben werden oftmals genau unter die Lupe genommen. Gerne beraten wir Sie, damit Ihnen Ärger erspart bleibt.

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