Verschwiegenheitspflicht der Börsen auf dem Prüfstein

Der Bundesrat will mit einer Änderung des Börsengesetzes erreichen, dass der Informationsaustausch zwischen Finanzbehörden und Börsen besser wird.

Verschwiegenheitspflicht der Börsen auf dem Prüfstein

Diesem Ziel dient der vom Bundesrat eingebrachte Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Börsengesetzes (20/1500). Damit sollen Steuerstraftaten auf den Kapitalmärkten früher erkannt werden können und das Vertrauen in die Integrität des Wertpapierhandels geschützt werden. Der Bundesrat will damit auch Lehrern aus der Aufarbeitung des Cum-Ex-Skandals ziehen.

Austausch von Börsen und Finanzbehörden

Um das Ziel zu erreichen, soll § 10 Abs. 3 des Börsengesetzes geändert werden, der die Verschwiegenheitspflicht regelt. Das Börsengesetz führe dazu, dass insbesondere die Börsen sowie auch die Börsenaufsichtsbehörden der Länder Tatsachen, die ihnen vorliegen oder die etwa auf Auskunfts- und Vorlageersuchen der Finanzbehörden hin von den Börsenaufsichtsbehörden der Länder verfügbar gemacht werden könnten, nicht an die Finanzbehörden übermittelt werden dürften, obwohl diese Tatsachen für die Aufarbeitung und Ahndung der Cum-Ex-Sachverhalte mitunter entscheidend sein könnten. Die Verschwiegenheitspflicht sei in der Vergangenheit ein häufiger Grund für die Verweigerung der Herausgabe von Daten an die Finanzbehörden gewesen.

Bekämpfung der Steuerhinterziehung

Die Bundesregierung erklärt in ihrer Stellungnahme, dass die Bekämpfung der Steuerhinterziehung ein wichtiges Ziel sei. Die Cum-Ex-Sachverhalte hätten eindrücklich gezeigt, dass der Informationsaustausch über Handelsdaten hierbei eine wichtige Rolle spielen könne. Die Verschwiegenheitspflicht beruhe jedoch zum Teil auf EU-Vorgaben. Die Bundesregierung will daher prüfen, inwieweit eine entsprechende Regelung unter Beachtung der europäischen Bestimmungen praktikabel und konkret umgesetzt werden könne.

Hinweis: Steuervermeidungsskandale mit Bezug zum Börsenhandel sind den Interessen des Anlegerschutzes und damit der Anlagebereitschaft an den Finanzmärkten abträglich. Gerade in Niedrigzinsphasen und ökonomischen Problemlagen kommt dem börslichen Investment eine gesteigerte Bedeutung für die Geldanlage wie auch für die Unternehmensfinanzierung zu. Das Anlegervertrauen braucht allerdings transparente Verhältnisse beim Börsenhandel. Es liegt daher im allseitigen Interesse sämtlicher Stakeholder, den Missbrauch von Steuervermeidung im Finanzmarktbereich zu bekämpfen.

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