Zur Unternehmereigenschaft bei ebay-Verkäufen

Ein Verkäufer, der auf jährlich mehreren hundert Auktionen Waren über „ebay“ veräußert, übt eine nachhaltige und damit umsatzsteuerrechtlich eine unternehmerische steuerpflichtige Tätigkeit i.S.d. § 2 Abs. 1 UStG aus. Dies hat der BFH in einem aktuellen Urteil erneut klargestellt.

Zur Unternehmereigenschaft bei ebay-Verkäufen

Im Streitfall hatte die Klägerin bei Haushaltsauflösungen Gegenstände erworben und diese über einen Zeitraum von fünf Jahren auf der Internet-Auktions-Plattform "ebay" in ca. 3.000 Versteigerungen verkauft. Sie erzielte daraus Einnahmen von ca. 380.000 €.

Finanzamt prüft ebay-Handel schon immer genau

Der BFH hat mit Urteil vom 12. Mai 2022 (Az. V R 19/20) entschieden, dass dies als nachhaltige Tätigkeit i.S. des § 2 Abs. 1 UStG zu beurteilen ist und verwies inhaltlich auf eine alte Entscheidung zum ebay-Handel vom 26.04.2012 (V R 2/11) mit ähnlichem Inhalt. Der BFH hat in seiner aktuellen Zurückverweisung dem Finanzgericht aber aufgegeben, bisher fehlende Feststellungen zur Differenzbesteuerung nach § 25a UStG nachzuholen.

Feststellungen zur Differenzbesteuerung

Nach § 25a UstG wird bei einem Wiederverkäufer, der gewerbsmäßig mit beweglichen körperlichen Gegenständen handelt oder solche Gegenstände im eigenen Namen öffentlich z.B. bei ebay versteigert und an den diese Gegenstände – wie hier im Rahmen von privaten Haushaltsauflösungen – geliefert wurden, ohne dass dafür Umsatzsteuer geschuldet wurde, der Umsatz nicht nach dem Verkaufspreis, sondern nach dem Betrag bemessen, um den der Verkaufspreis den Einkaufspreis für den Gegenstand übersteigt. Fehlende Aufzeichnungen über Einkäufe stehen nach dem Urteil des BFH der Differenzbesteuerung nicht zwingend entgegen, sodass dann zu schätzen sein kann. Ist auf dieser Grundlage die Differenzbesteuerung anzuwenden, kommt es zu einer erheblichen Minderung des Steueranspruchs.

Hinweis: Bei der Differenzbesteuerung unterliegt nur die Differenz zwischen Einkaufspreis und Verkaufspreis der Umsatzsteuer. Ein Unternehmer kann die Differenzbesteuerung nach § 25a UStG dann anwenden, wenn er als Wiederverkäufer Gegenstände veräußert, die er ohne Umsatzsteuer erworben hat. Gerne beraten wir Sie im Einzelfall.

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