Deutschland: Ausnahmestellung in der Weltwirtschaft

RSM-Studie zeigt, was Wirtschaftsprüfer vom Jahr 2016 erwarten.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RSM hat 410 Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und weitere Berufsträger sowie 291 Unternehmer aus mehreren Ländern, darunter neun europäische Länder, befragt. In Deutschland nahmen 70 Partner und Mitarbeiter des RSM-Netzwerks sowie 26 Unternehmer teil. Die Umfrage fand im Juli und August 2015 statt. Das Ergebnis: Die deutsche Volkswirtschaft läuft auf Hochtouren, die wirtschaftliche Dynamik ist im internationalen Ländervergleich jedoch weniger stark ausgeprägt.

Die Auftragsbücher deutscher Unternehmer sind voll, Unternehmen investieren, und die Zahl offener Stellen nimmt zu. Die deutsche Volkswirtschaft ist stabil, das hängt auch mit der hohen Zahl an Unternehmen zusammen. Die große Nachfrage nach in Deutschland hergestellten Produkten sorgt nach wie vor für Aufträge und hohe Steuereinnahmen: "Mehr als ein Drittel der Wirtschaftsprüfer des RSM-Netzwerks hält die momentane Auftragssituation für die Unternehmen in Deutschland für relativ hoch", sagt Dr. Warner B. J. Popkes, Chairman von RSM in Deutschland. 60 Prozent gehen von einer saisonüblichen und nur vier Prozent von einer relativ niedrigen Auftragslage aus. Dies sind die besten Werte von allen an der Umfrage beteiligten Ländern, was die derzeitige Ausnahmestellung Deutschlands in der Weltwirtschaft unterstreicht. Das Wirtschaftswachstum in Deutschland schätzen die Experten für 2016 auf 1,7 Prozent. Die höchste Wachstumsrate der untersuchten Länder wird nach Einschätzungen aller Experten Spanien erreichen, gefolgt von Großbritannien und den Niederlanden.

Aber wo Licht ist, gibt es auch Schatten: Bei der Unternehmenskultur belegt Deutschland nur einen Mittelplatz. Hauptgrund ist, dass 64 Prozent der befragten RSM-Experten in Deutschland angaben, die Verfügbarkeit von Fachkräften in Deutschland sei "schlecht" oder "sehr schlecht". Dagegen hat sich dieser Wert in Norwegen und Spanien laut der dort befragten Experten verbessert. Auch die Bereitschaft, in die Bildung von Mitarbeitern zu investieren oder flexible Arbeitszeiten zu ermöglich, wird in Norwegen besser bewertet als im Jahr zuvor.

"Ein langfristiges Problem für den Standort Deutschland könnte entstehen, wenn die Zahl der Unternehmer sinkt. Es wäre ein Alarmsignal, denn das Geschäftsmodell Deutschland basiert auf einer breiten, mittelständischen Struktur", sagt Popkes. Nur sieben Prozent der RSM-Experten in Deutschland sehen eine Zunahme der Zahl der Unternehmer, die mindestens zehn Mitarbeiter beschäftigen. 30 Prozent rechnen mit einer sinkenden Zahl. 44 Prozent der RSM-Experten in anderen Ländern gehen von einer Zunahme der Unternehmerzahl aus, zwölf Prozent rechnen mit einer Abnahme.

Dabei bewerten die RSM-Experten in Deutschland die Reputation der Unternehmer in der Gesellschaft positiv. "Während die Reputation von Unternehmern in Frankreich und Portugal unter dem Durchschnitt liegt, erwarten die befragten Experten in diesen Ländern dort dennoch eine steigende Unternehmerzahl", sagt Popkes. "Erklären lässt sich dieses Phänomen durch höhere Arbeitslosenquoten in Frankreich und Portugal als in Deutschland."

Der RSM Unternehmer Report wurde von Prof. Dr. Niels Biethahn (BiTS Unternehmerhochschule in Berlin, Hamburg, Iserlohn), Dr. Amit Ghosh (INWT/BiTS), Prof. Dr. Henning Staar (BiTS) und Prof. Dr. Michael Vogelsang (BiTS) entwickelt.

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