Steuerliches Kontrollsystem für mittelständische Unternehmen

Im Rahmen von Bußgeld­ oder Steuer­strafverfahren stellt sich regelmäßig die Frage, ob seitens der Steuerpflichtigen fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt wurde. Hier haftet grundsätzlich die Geschäftsführung eines Unternehmens.

Sofern die Geschäftsführung jedoch ein innerbetriebliches steuerliches Kontroll­system (sogenanntes Steuer­IKS) imple­mentiert hat, kann das im Einzelfall gegen das Vorliegen von Fahrlässigkeit bzw. Vorsatz sprechen. Auch der Erlass des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) sieht ein Steuer­IKS als ein Indiz gegen Vorsatz oder Leichtfertigkeit an. Eine solche Indizienwirkung kann dazu führen, dass sowohl die Geschäftsführung als auch leitende Mitarbeiter der Steuer­abteilung einer potenziellen Haftung ent­gehen.

Neben diesem positiven Effekt kommt einem Steuer­IKS jedoch vor allem die Funktion eines Management­-Tools zu, um durch standardisierte Prozesse Fehler zu vermeiden, einen schnellen Überblick über steuerliche Sachverhalte zu erhalten sowie steuerliche Themen und Risiken hand­haben zu können. Die Einrichtung eines Steuer­IKS ermöglicht es, bereits in unter­nehmerischen Entscheidungsprozessen steuerliche Auswirkungen zu antizipieren. Außerdem sollen steuerliche Auswirkungen möglichst automatisiert erfasst, verarbeitet und mit den Unternehmens­berichten verknüpft werden. Während die Automatisierung beispielsweise bei der Buchung von Ein­- und Ausgangsrechnun­gen vielfach schon gegeben ist,  zeigt sich in den seltensten Fällen ein wesentlicher Automatisierungsgrad bei steuerlichen Themen. Zu denken ist hier etwa an die Umsatzsteuer: Hier könnte sogar eine Verknüpfung bis zum Formular der Umsatz­steuervoranmeldung hergestellt werden.

Durch das (auch) vom BMF­Erlass for­cierte Themenfeld „Tax Compliance“ zeigt sich, dass ein Steuer­IKS durchaus vom Gesetzgeber gewünscht ist bzw. von der Verwaltung sowie der Rechtsprechung „prämiert“   werden kann. Mit der frei­willigen Implementierung eines Steuer­IKS signalisiert der Steuerpflichtige Koopera­tionsbereitschaft über das gesetzliche Mindestmaß hinaus, die zu einer höheren und schnelleren Rechtssicherheit bei­tragen könnte. Das sind Effekte, die nicht nur die unternehmerische Handlungsfähigkeit unterstützen, sondern auch Risiken in Form von Steuernachzahlun­gen minimieren sowie langwierige und zähe Betriebsprüfungen vermeiden. Ein Steuer­IKS ist gerade für mittelständische Unternehmen äußerst relevant, damit steuerliche Auswirkungen und Risiken möglichst frühzeitig und richtig erkannt werden sowie Eingang in die Unter­nehmensplanung finden können.

Ansprechpartner und weitere Informationen zu diesem Thema finden Interessenten hier:

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