Corona-Krise: Steuerliche Maßnahmen für gemeinnützige Organisationen und Spender

Die Corona-Krise stellt auch für gemeinnützige Organisationen eine große Herausforderung dar. Erfreulicherweise hat dies aber bei vielen auch das bürgerschaftliche Engagement und die Bereitschaft, für besonders Betroffene zu spenden, erhöht. Um die Folgen der Corona-Krise für gemeinnützige Organisationen steuerlich abzumildern und um die Spendenbereitschaft möglichst unkompliziert zu nutzen, hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) am 9. April 2020 folgende steuerlichen Maßnahmen zur Förderung der Hilfe für von der Corona-Krise Betroffene veröffentlicht:

1. Verluste aus steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben und in der Vermögensverwaltung

Üblicherweise können Verluste aus wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben und in der Vermögensverwaltung, wenn sie mit Mitteln aus anderen gemeinnützigen Sphären ausgeglichen werden, zum Verlust der Gemeinnützigkeit führen. Da häufig die wirtschaftlichen Tätigkeiten von der Corona-Krise erheblich betroffen und Verluste eventuell nicht vermeidbar sind, hat das BMF nun für Verluste, die nachweislich aufgrund der Auswirkungen der Corona-Krise in 2020 entstehen, eine Erleichterung geschaffen. Diese Verluste dürfen nämlich mit Mitteln des ideellen Bereiches, des Zweckbetriebs, der Vermögensverwaltung oder aus anderen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben ausgeglichen werden, ohne dass dies Auswirkungen auf die Gemeinnützigkeit hat.

2. Hilfsleistungen zur Bewältigung der Corona-Krise

Sollte eine gemeinnützige Organisation planen Personal, Räumlichkeiten, Sachmittel oder andere Leistungen zur Verfügung zu stellen, die für die Bewältigung der Auswirkungen der Corona-Krise notwendig sind, wird dies steuerlich als Zweckbetrieb angesehen.

Sollte die Bereitstellung unentgeltlich erfolgen und medizinischen Bedarf oder medizinisches Personal betreffen, hat dies umsatzsteuerlich nicht die übliche Folge, dass eine Entnahme versteuert werden muss.

3. Aufstockung von Kurzarbeitergeld

Eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes einheitlich für alle Mitarbeiter bis zu einer Höhe von insgesamt 80 % des bisherigen Entgeltes wird für gemeinnützige Einrichtungen grundsätzlich ermöglicht. Bei einer darüberhinausgehenden Aufstockung zum Beispiel auf 100 % ist die Zulässigkeit allerdings unter gemeinnützigkeitsrechtlichen Gesichtspunkten genauer zu prüfen.

4. Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale

Insbesondere aufgrund der Schließung der Sportstätten sind viele Übungsleiter von den Einschränkungen aufgrund der Corona-Krise stark betroffen. Daher wird es gemeinnützigkeitsrechtlich nicht beanstandet, wenn die Ehrenamts- oder Übungsleiterpauschale weitergezahlt wird, obwohl eine Ausübung der Tätigkeit aktuell nicht möglich ist.

5. Spende eines Teils des Arbeitslohn

Wenn Mitarbeiter aus Solidarität zu den von der Corona-Krise Betroffenen auf Teile ihres Arbeitslohns oder angesammelte Wertguthaben (z. B. Arbeitszeitkonten) verzichten, können diese Beträge unter bestimmten Bedingungen bereits bei der monatlichen Lohnsteuer mindernd berücksichtigt werden. Dadurch kommt die Steuerersparnis aus der Spende zeitnah und nicht erst im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung 2020 zugute.

Eine sinngemäße Regelung besteht, wenn ein Aufsichtsratsmitglied auf seine Aufsichtsratsvergütung verzichtet.

6. Vereinfachter Zuwendungsnachweis bei Spenden

Üblicherweise ist zur steuerlichen Anerkennung von Spenden eine „Spendenquittung“ von der empfangenden gemeinnützigen Organisation erforderlich, die strenge formale Anforderungen erfüllen muss. Bei Geldspenden auf ein Spendenkonto „Corona“, welches von einer Einrichtung der freien Wohlfahrtspflege eingerichtet wurde, genügt es nun als Nachweis für die steuerliche Anerkennung als Spende, wenn der Einzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung der Bank vorgelegt wird. Auch Gestaltungen über ein Treuhandkonto sind im Einzelfall von dieser Vereinfachungsregelung umfasst.

7. Spendenaufrufe und eigene Spenden anderer gemeinnütziger Körperschaften

Viele gemeinnützige Einrichtungen sind nicht dem Gesundheitswesen oder der Wohlfahrtspflege zuzurechnen, weil sie andere gemeinnützige Zwecke (zum Beispiel Forschung, Bildung, Sport oder Kultur) fördern. Auch wenn es gemäß deren Satzung nicht vorgesehen ist, wird diesen nun die Möglichkeit eröffnet, einen Spendenaufruf für von der Corona-Krise Betroffene durchzuführen und für die erhaltenen Spenden bei entsprechender Verwendung der Mittel Zuwendungsbestätigungen auszustellen.

Sollte eine solche gemeinnützige Einrichtung eigene vorhandene Mittel zur Unterstützung für von der Corona-Krise Betroffene einsetzen, wird dies ebenfalls in der Regel möglich sein, ohne dass schädliche Folgen für die Gemeinnützigkeit der Körperschaft zu erwarten sind.

RSM hilft Ihnen bei Zweifelsfragen schnell und unkompliziert

Grundsätzlich stellen die oben genannten Regelungen erhebliche Erleichterungen da und es bieten sich eine Fülle von Möglichkeiten für gemeinnützige Einrichtungen wie auch für Spender. Da die Regelungen im Detail komplex sind, beraten wir von RSM Sie gerne, wenn Sie bei einem konkreten Sachverhalt die steuerlichen Auswirkungen beurteilt haben möchten.

Internet Explorer 11 wird nicht unterstützt.

Wir haben festgestellt, dass Sie einen veralteten Browser verwenden. Wir empfehlen Ihnen, einen aktuellen Browser zu nutzen, um Ihre Sicherheit zu erhöhen und alle Funktionalitäten der RSM-Website nutzen zu können.

Wir empfehlen die folgenden Browser: