KfW-Hilfe: Kredite für Unternehmen

Im Rahmen der Corona-Hilfe bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)verschiedene Kredite für Unternehmen an. Die Kredite können bei der Bank oder der Sparkasse des Unternehmens beantragt werden. KfW-Kredite im Überblick

  • alle Unternehmen: Schnellkredit (078)
  • länger als 5 Jahre am Markt: KfW-Unternehmerkredit (037/047)
  • weniger als 5 Jahre am Markt: ERP-Gründerkredit – Universell (073/074/075/076)

Des Weiteren bietet die KfW auch Direktbeteiligungen für Konsortialfinanzierung (855), für Finanzierungen ab 25 Mio. Euro an. Im Rahmen dieser Programme können Kredite für Investitionen sowie für Betriebsmittel beantragt werden.

Betriebsmittel sind gemäß KfW-Definition „alle laufenden Kosten, wie z. B. Mietaufwendungen und Personalkosten“.

Schnellkredit

Für Anschaffungen (Investitionen) und laufende Kosten (Betriebsmittel) können Unternehmen, die mindestens seit Januar 2019 auf dem Markt sind, ab sofort den neuen KfW-Schnellkredit 2020 beantragen. Der Kredit wird zu 100 % abgesichert durch eine Garantie des Bundes.

Der maximale Kreditbetrag beträgt bis zu 25 % des Jahresumsatzes 2019 pro Unternehmensgruppe:

  • maximal 300.000 Euro pro Unternehmensgruppe bis einschließlich 10 Beschäftigte beim antragstellenden Unternehmen.
  • maximal 500.000 Euro pro Unternehmensgruppe mit mehr als 10 bis einschließlich 50 Beschäftigten beim antragstellenden Unternehmen.
  • maximal 800.000 Euro pro Unternehmensgruppe mit mehr als 50 Beschäftigten beim antragstellenden Unternehmen.

Die Laufzeit beträgt zehn Jahre, auf Wunsch sind zwei Jahre zu Beginn tilgungsfrei.

Ein Wechsel vom KfW-Sonderprogramm 2020 (Programmnummern 037/047/075/076/855) zum KfW-Schnellkredit (078) ist ausgeschlossen.

KfW-Unternehmerkredit

Unternehmen, die länger als fünf Jahre am Markt sind, können für Anschaffungen (Investitionen) und laufende Kosten (Betriebsmittel) kleinere oder auch große Kreditbeträge bis zu 100 Mio. Euro beantragen. Der Kredithöchstbetrag ist begrenzt auf

  • 25 % des Jahresumsatzes 2019 oder
  • das Doppelte der Lohnkosten von 2019 oder
  • den aktuellen Finanzierungsbedarf für die nächsten 18 Monate bei kleinen und mittleren Unternehmen bzw. 12 Monate bei großen Unternehmen

Die Laufzeit beträgt

  • für Kredite über 800.000 Euro: bis zu 6 Jahre, mit Zinsbindung für die gesamte Laufzeit und maximal 2 Jahren Tilgungsfreiheit zu Beginn
  • für Kredite bis 800.000 Euro: bis zu 10 Jahre, mit Zinsbindung für die gesamte Laufzeit und maximal 2 Jahren ohne Tilgung zu Beginn

Werden ausschließlich laufende Kosten, das heißt Betriebsmittel und Warenlager, finanziert, kann auch eine Laufzeit bis zu zwei Jahren mit einer Zinsbindung für die gesamte Laufzeit und Tilgung in einer Summe am Laufzeitende gewählt werden.

ERP-Gründerkredit – Universell

In der aktuellen Coronakrise wird der ERP-Gründerkredit – Universell in 2 Varianten angeboten:

  • Variante 1: Unternehmen, die 3 bis 5 Jahre am Markt aktiv sind oder schon zwei Jahresabschlüsse vorweisen können, können den ERP-Gründerkredit – Universell mit der Produktnummer 075/076 beantragen. Weitere Voraussetzung ist, dass das Unternehmen erst 2020 durch die Corona­Krise in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten ist. Die KfW trägt dann 80 bis 90 % des Bankenrisikos, je nach Größe des Unternehmens.
     
  • Variante 2: Unternehmen jeden Alters können den ERP-Gründerkredit – Universell mit der Produktnummer 073/074 beantragen, zum Beispiel für eine Existenzgründung oder eine Unternehmensnachfolge.

Bei Krediten mit Risikoübernahme (075/076) ist der Kredithöchstbetrag begrenzt auf

  • 25 % des Jahresumsatzes 2019 oder
  • das Doppelte der Lohnkosten von 2019 oder
  • den aktuellen Finanzierungsbedarf für die nächsten 18 Monate bei kleinen und mittleren Unternehmen bzw. 12 Monate bei großen Unternehmen

Die Laufzeit beträgt

  • für Kredite über 800.000 Euro bis zu 6 Jahre, mit Zinsbindung für die gesamte Laufzeit und maximal 2 Jahren ohne Tilgung zu Beginn
  • für Kredite bis 800.000 Euro bis zu 10 Jahre, mit Zinsbindung für die gesamte Laufzeit und maximal 2 Jahren tilgungsfreie Zeit zu Beginn

Für laufende Kosten (Betriebsmittel und Warenlager) kann auch eine Laufzeit bis zu zwei Jahre, mit Zinsbindung für die gesamte Laufzeit und Tilgung in einer Summe am Laufzeitende gewählt werden.

Bei Krediten ohne Risikoübernahme (073/074) ist der Kredithöchstbetrag begrenzt auf bis zu 25r Mio. Euro pro Vorhaben.

Die Laufzeit beträgt für Anschaffungen (Investitionen), Übernahmen und tätige Beteiligungen

  • bis zu 5 Jahre, mit Zinsbindung für die gesamte Laufzeit und maximal 1 Jahr ohne Tilgung zu Beginn
  • bis zu 10 Jahre, mit Zinsbindung für die gesamte Laufzeit und maximal 2 Jahren ohne Tilgung zu Beginn
  • bis zu 20 Jahre, mit Zinsbindung für die ersten 10 Jahre und maximal 3 Jahren ohne Tilgung zu Beginn

Für laufende Kosten (Betriebsmittel) beträgt die Laufzeit

  • bis zu 5 Jahre, mit Zinsbindung für die gesamte Laufzeit und maximal 1 Jahr tilgungsfreier Zeit zu Beginn

Für Material- und Warenlager beträgt die Laufzeit

  • bis zu 5 Jahre, mit Zinsbindung für die gesamte Laufzeit und maximal 1 Jahr ohne Tilgung zu Beginn
  • bis zu 10 Jahre, mit Zinsbindung für die gesamte Laufzeit und maximal 2 Jahren ohne Tilgung zu Beginn

Beschleunigtes Verfahren („Fast Track“)

Die KfW und die Geschäftsbanken haben für die KfW-Corona Hilfe ein beschleunigtes Verfahren zur Risikoprüfung etabliert. Bis zu einem gewissen Kreditvolumen verzichtet die KfW auf eine eigene Risikoprüfung und schließt sich der von der Geschäftsbank getroffenen Einschätzung an.

Unterlagen und Antragsvorbereitung

Voraussetzung für KfW-Corona-Hilfe Kredite ist gemäß den Ausführungen der KfW u. a., dass die Antragsstellenden durch die Corona-Krise in finanzielle Schieflage geraten sind und nicht bereits vor der Corona-Pandemie in finanziellen Schwierigkeiten waren.

Für „KfW-Corona-Hilfe-Kredite“ sollten daher beispielsweise folgende Unterlagen vorbereitet werden:

  1. Rechnerische Herleitung des bestehenden Liquiditätsbedarfes der Höhe nach
  2. Vorbereitung von Entscheidungsunterlagen für die Geschäftsbanken:
    • Jahresabschluss 2018
    • vorläufiger Jahresabschluss 2019, alternativ BWA 2019 inkl. Summen-/Saldenliste
    • vorläufige Liquiditätsplanung 2020
    • etc.

Im Rahmen der aktuellen Sondersituation erscheint es empfehlenswert, Kreditanträge inhaltlich gut vorzubereiten, da in den Instituten mit einer sehr hohen Anzahl von Anfragen infolge der Corona-Pandemie zu rechnen sein dürfte.

Sollten Sie hierbei Unterstützung benötigen, sprechen Sie uns gerne an.

Haftungsfreistellung/Sicherheiten

Die Haftungsfreistellungen der KfW gegenüber der beantragenden Geschäftsbank wurden auf bis zu 100 % Risikoübernahme ausgeweitet. Dies führt dazu, dass das Kreditrisiko der beantragenden Geschäftsbank auf den verbleibenden Teil begrenzt ist. Die Höhe der Haftungsübernahme der KfW ermöglicht es den Geschäftsbanken, die beispielsweise aufgrund der Basel III Kriterien selbst Regularien zur Kreditvergabe unterliegen, hierdurch ihrerseits das Volumen der Kreditvergabe stark auszuweiten.

Bei der Haftungsübernahme der KfW handelt es sich aus Sicht des bei den Geschäftsbanken Kredit beantragenden Unternehmens jedoch nicht um durch die KfW gestellte Sicherheiten. Kreditnehmer haften zu 100 % für die Rückzahlung.

Bei fehlenden Sicherheiten ist es grundsätzlich möglich, Bürgschaften, die fehlende Sicherheiten ersetzen, u. a. bei den Bürgschaftsbanken der Länder, die ebenfalls Sonderprogramme aufgelegt haben, zu beantragen.

Förderbanken der Länder

Neben der KfW bieten auch verschiedene Förderbanken der Länder aufgrund der Corona-Pandemie eine Vielzahl an Sonderprogrammen an. Diese können neben Liquiditäts- und Wachstumskrediten auch Bürgschaften, Beteiligungskapital und in manchen Ländern, wie beispielsweise in Berlin, auch Rettungsbeihilfen beinhalten.

Aufgrund der Vielzahl an bundeslandspezifischen Sonderprogrammen haben wir uns nachfolgend auf eine Link-Liste beschränkt, die einen groben Überblick ermöglichen soll.

Für Fragen stehen Ihnen unsere lokal zuständigen Ansprechpartner gerne zur Verfügung

Links:

Ansprechpartner

Steuerliche Liquiditätshilfen und Kurzarbeitergeld

Telefon: +49 69 170000-931
E-Mail: oliver.sieg[at]rsm.de

Liquiditätshilfen sowie Insolvenz

Telefon: +49 2151 509-103
E-Mail: markus.mehring[at]rsm.de

Telefon: +49 2151 509-228
E-Mail: matthias.beckschaefer[at]rsm.de

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