Firmenwagen in der Corona Krise: Versteuerung von Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte trotz Homeoffice?

Arbeitnehmer müssen die Nutzung eines Firmenwagens für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit 0,03 Prozent des inländischen Bruttolistenpreises zum Zeitpunkt der Erstzulassung x Entfernungskilometer versteuern, sofern weder Fahrtenbücher noch andere Aufzeichnungen geführt werden. Hierbei werden 15 Tage pro Monat, d. h. 180 Tage im Jahr für die Besteuerung zugrunde gelegt. Wer jedoch häufig im Homeoffice arbeitet, versteuert gegebenenfalls durch die pauschale Anwendung der 0,03-Prozent-Methode zu viel.

Alternativ kann der geldwerte Vorteil daher auch mit 0,002 Prozent der tatsächlichen Fahrten versteuert werden. In solch einem Fall müssen die genaue Anzahl und das jeweilige Datum der Nutzungstage dokumentiert werden, an denen der Firmenwagen von dem Arbeitnehmer genutzt wurde. Für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte werden dann – anstatt wie üblich 0,03 Prozent des Bruttolistenpreises pro Entfernungskilometer für jeden Kalendermonat – nur 0,002 Prozent des Bruttolistenpreises für den Entfernungskilometer je gefahrenem Arbeitstag berechnet. Fahrten über eine Anzahl von 180 Tagen hinaus müssen dabei nicht versteuert werden. Ein unterjähriger Wechsel der Methoden ist allerdings nicht zulässig.

Hinweis zur Anordnung von Homeoffice in der Corona Pandemie

Arbeiten die Arbeitnehmer auf Anordnung im Rahmen der Corona-Krise im Homeoffice und dürfen ihre Tätigkeitsstätte nicht mehr aufsuchen oder wurde sie sogar geschlossen, so kann in der Anordnung ein Nutzungsverbot gesehen werden und ein Ansatz des geldwerten Vorteils für die Versteuerung der Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte unterbleiben. Dies gilt allerdings nicht, wenn das Büro noch genutzt werden darf, wenn auch nur tageweise. Auf den Ansatz der Privatnutzung hat dies keinen Einfluss. In jedem Fall sollte die Anordnung/das Nutzungsverbot zum Lohnkonto genommen werden. Wichtig ist dabei, dass die Anordnung für den gesamten Kalendermonat vorliegen muss. Gilt die Anordnung nicht für den gesamten Monat, so sind dennoch die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit 0,03 Prozent zu erfassen.

Praktische Lösung: Nachträgliche Anwendung der 0,002-Prozent-Regel im Rahmen der Einkommensteuererklärung

Sofern der Ansatz der tatsächlichen Fahrten (0,002 Prozent-Methode) nicht bereits im Rahmen des Lohnsteuerabzugs angewandt wurde, kann der Arbeitnehmer bei der Einkommensteuerveranlagung die 0,002-Prozent-Methode beantragen. Der Arbeitnehmer muss für die Anwendung zwingend fahrzeugbezogen und schriftlich dokumentieren, an welchen Tagen (genaue Datumsangabe) er den Firmenwagen für Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte genutzt hat und zusätzlich nachweisen, dass der Arbeitgeber die 0,03-Prozent-Methode für die Besteuerung angewendet hat und in welcher Höhe der geldwerte Vorteil ermittelt worden ist.

Der Arbeitnehmer kann bei Einreichung der Einkommensteuererklärungen einen Antrag auf Herabsetzung des Arbeitslohns stellen. Beispielsweise erfolgt dies durch Korrektur des Arbeitslohns in der Anlage N, durch Hinweis auf den Antrag im Freitextfeld oder durch Zusendung der Nachweise an das Finanzamt.

Einziger Nachteil ist, dass zu viel gezahlte Sozialversicherungsbeiträge, die auf den erhöhten geldwerten Vorteil entfallen, nicht zurückgefordert werden können.

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