Überbrückungshilfen des Bundes

UPDATE: Aktualisiert 10. September 2021

Allgemeine Informationen und Geltungsdauer

Um kleinen und mittleren Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen sowie Solo-Selbstständigen und Freiberuflern in der Corona-Krise zu helfen, wurde mit den Überbrückungshilfen I-III ein umfassendes Maßnahmenpaket in Wege geleitet.

Im Unterschied zur Soforthilfe ist die Förderung durch die Überbrückungshilfen I und II für kleine und mittelständische Unternehmen, die ihren Geschäftsbetrieb im Zuge der COVID-19 Maßnahmen ganz oder zu wesentlichen Teilen einstellen müssen, deutlich höher.

Bei der Überbrückungshilfe III geht die Förderung noch weiter. Hier entfällt die Begrenzung auf kleine und mittlere Unternehmen. Antragsberechtigt sind alle Unternehmen mit einem Jahresumsatz von im Regelfall maximal 750 Millionen Euro.

Mit der Überbrückungshilfe III wurden die Fördermaßnahmen bis Ende Juni 2021 verlängert und noch einmal erweitert. 

Da die Corona-bedingten Schließungen aber auch noch im Juni 2021 in einigen Branchen andauern, hat die Bundesregierung die Überbrückungshilfen III für betroffene Unternehmen und Soloselbstständige zunächst bis zum 30. September 2021 verlängert. Die Verlängerung wird mit dem Programm Überbrückungshilfe III Plus umgesetzt, das inhaltlich weitgehend deckungsgleich mit der Überbrückungshilfe III ist. Neu hinzukommt eine Restart-Prämie, mit der Unternehmen einen höheren Zuschuss zu Personalkosten bekommen können.

Wegen der in einigen Branchen zum jetzigen Zeitpunkt noch immer geltenden Einschränkungen, wurde die Überbrückungshilfe III Plus nunmehr in einem weiteren Schritt bis zum 31. Dezember 2021 verlängert. Erstanträge und Änderungsanträge für die Überbrückungshilfen III und III Plus können bis zum 31.Oktober 2021 gestellt werden. Die Neustarthilfe wurde als Neustarthilfe Plus weitergeführt und zunächst bis zum 31. Oktober gewährt. Auch hier hat die Bundesregierung eine Verlängerung bis zum 31. Dezember 2021 beschlossen Auch die Antragsfrist für die Neustarthilfe Plus endet am 31. Oktober 2021.Nicht verlängert wird die sogenannte Restart-Prämie, die innerhalb der Überbrückungshilfe III Plus für die Monate Juli, August, September 2021 galt. Verlängert wird auch die Neustarthilfe Plus für Soloselbständige. Für den Zeitraum Oktober bis Dezember können Soloselbstständige, deren Umsatz durch Corona weiter eingeschränkt ist, damit zusätzlich bis zu 4.500 Euro Unterstützung erhalten.

Die ursprüngliche Überbrückungshilfe I umfasste nur den Umsatzausfall für die Monate Juni bis August 2020 und wurde mit der Überbrückungshilfe II auf die Monate September bis Dezember 2020 ausgedehnt. Gleichzeitig wurden die Zugangsbedingungen reduziert und die Förderung ausgeweitet. Im Dezember 2020 wurden die Anforderungen dahin gehend geändert, dass nunmehr nur noch die ungedeckten Fixkosten erstattungsfähig sind. 

Beihilfemäßig fiel die Überbrückungshilfe II unter die „Bundesregelung Fixkostenhilfe 2020“. Danach können Beihilfen als Beitrag zu den ungedeckten Fixkosten eines Unternehmens in Höhe von bis zu 3 Millionen Euro pro Unternehmen bzw. Unternehmensverbund vergeben werden, sofern diese nicht bereits durch andere Einnahmen gedeckt sind. Somit ist ein Nachweis von Verlusten erforderlich. Durch die Erhöhung der beihilferechtlichen Obergrenze für sogenannte Kleinbeihilfen auf 1,8 Millionen Euro pro Unternehmen durch die Europäische Kommission am 28. Januar 2021, können Unternehmer bei der Überbrückungshilfe II nun wählen, auf welchen Beihilferahmen die Überbrückungshilfe II gestützt wird.

Antragsberechtigte Unternehmen

Überbrückungshilfe I

Antragsberechtigt waren Unternehmen, soweit sie von der Einstellung der Geschäftstätigkeit durch die Corona-Pandemie betroffen sind.

Dies wird angenommen, wenn der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 zusammengenommen um mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen ist. Bei Unternehmen, die zwischen April 2019 und Oktober 2019 gegründet worden sind, werden statt der Monate April und Mai 2019 die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich herangezogen.

Weiterhin darf sich das Unternehmen nicht für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds qualifizieren. Dies ist der Fall, wenn das Unternehmen in den letzten beiden bilanziell abgeschlossenen Geschäftsjahren vor dem 1. Januar 2020 mindestens zwei der folgenden Kriterien erfüllt hat:

  • mehr als 43 Mio. € Bilanzsumme,
  • mehr als 50 Mio. € Umsatzerlöse oder
  • mehr als 249 Beschäftigte im Jahresdurchschnitt.

Werden also zwei dieser Kriterien nicht überschritten, kann die Überbrückungshilfe beantragt werden.

Eine weitere Voraussetzung ist, dass sich der Antragsteller nicht bereits am 31. Dezember 2019 gemäß Art. 2 Abs. 18 der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung (Verordnung (EU) Nr. 651/2014) in Schwierigkeiten befunden hat.

Überbrückungshilfe II

Für die Verlängerung der Überbrückungshilfe wird die Eintrittsschwelle flexibilisiert. Antragsberechtigt sind zukünftig Unternehmen, die entweder

  • einen Umsatzeinbruch von durchschnittlich mindestens 50 Prozent in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten oder
  • einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Durchschnitt in den Monaten April bis August 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum

verzeichnet haben.

Im Übrigen gelten die gleichen Voraussetzungen wie bei der Überbrückungshilfe I.

Förderfähige Kosten

Förderfähig sind betriebliche Fixkosten ohne Vorsteuer (Ausnahme Kleinunternehmer), die im Förderzeitraum anfallen und vertraglich begründet oder behördlich festgesetzt sind. Sie fallen im Förderzeitraum an, wenn sie in diesem erstmalig fällig werden. Die Kosten dürfen außerdem nicht einseitig veränderbar sein. Welche Kosten genau förderfähig sind, erläutert das Eckpunktepapier des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Dazu gehören unter anderem:

  • Mieten und Pachten für Gebäude, Grundstücke und Räumlichkeiten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens stehen
  • Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen
  • Ausgaben für notwendige Instandhaltung, Wartung oder Einlagerung von Anlagevermögen und gemieteten Vermögensgegenständen, einschließlich der EDV
  • Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen
  • Kosten für Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer, die im Rahmen der Beantragung der Corona-Überbrückungshilfe anfallen

Förderhöhe und maximale Förderung

Überbrückungshilfe I

Der nicht zurückzuzahlende Zuschuss beträgt:

  • 80 Prozent der Fixkosten bei mehr als 70 Prozent Umsatzeinbruch
  • 50 Prozent bei einem Einbruch zwischen 50 und 70 Prozent
  • 40 Prozent bei einem Einbruch zwischen 40 und unter 50 Prozent

im Fördermonat im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Die maximale Förderung beträgt für drei Monate 150.000 Euro (50.000 Euro pro Monat).

Für Kleinunternehmer gelten besondere Höchstgrenzen. Der maximale Erstattungsbetrag beträgt:

  • bei Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten 3.000 Euro pro Monat für drei Monate, also insgesamt 9.000 Euro,
  • bei Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten 5.000 Euro pro Monat für drei Monate, also insgesamt 15.000 Euro.

Überbrückungshilfe II

Die Fördersätze werden für den Verlängerungszeitraum der Überbrückungshilfe II angepasst. Künftig werden

  • 90 Prozent der Fixkosten bei mehr als 70 Prozent Umsatzeinbruch (bisher 80 Prozent der Fixkosten),
  • 60 Prozent der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch zwischen 50 und 70 Prozent (bisher 50 Prozent der Fixkosten) und
  • 40 Prozent der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch von mehr als 30 Prozent (bisher bei mehr als 40 Prozent Umsatzeinbruch).

erstattet. Die maximale Förderung beträgt für vier Monate 200.000 Euro (50.000 Euro pro Monat).

Laufzeit und Fristen

Die Überbrückungshilfe I betraf als Zuschussprogramm die Monate Juni, Juli und August 2020. Die Antragsfrist lief am 30. September aus, die Auszahlungsfrist endete am 30. November 2020.

Die Überbrückungshilfe II läuft bis zum 31. Dezember 2020. Die Antragsfrist wurde über den 31. Januar 2021 hinaus bis zum 31. März 2021 verlängert.

Verfahren

Die Anträge sind in einem digitalen, zweistufigen Verfahren durch Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer zu stellen. Die Antragsbefugnis wurde auch auf Rechtsanwälte ausgeweitet. Zuständig für die Durchführung des Antragsverfahrens sind die Länder.

  • Stufe 1: Glaubhaftmachung der Antragsvoraussetzungen und der erstattungsfähigen Fixkosten,
  • Stufe 2: Nachträglicher Nachweis - nach Programmende findet eine Soll-Ist-Abrechnung statt. Bei Abweichung der tatsächlichen Umsätze von der Prognose sind zu viel gezahlte Zuschüsse zurückzuzahlen oder zu geringe Zuschüsse werden nachträglich aufgestockt.

Bei der Schlussabrechnung zur Überbrückungshilfe II haben Unternehmen ein Wahlrecht, ob sie die Hilfe auf Grundlage der „Bundesregelung Kleinbeihilfen“ oder der „Bundesregelung Fixkostenhilfe2020“ erhalten möchten. Das Wahlrecht kann in der Schlussabrechnung vorgenommen werden.

Entscheidet sich ein Unternehmen, dass die Kleinbeihilfenregelung ausreicht, müssen bei der Schlussabrechnung keine Verluste nachgewiesen werden. Voraussetzung ist, dass die beihilferechtliche Obergrenze von 1,8 Millionen Euro pro Unternehmen hierdurch nicht überschritten wird. Berücksichtig werden dabei auch Zahlungen, der Überbrückungshilfe I und III sowie der Novemberhilfe und/oder Dezemberhilfe, sofern sie auf Grundlage der „Bundesregelung Kleinbeihilfen“ ausgezahlt wurden. Wurde die Überbrückungshilfe durch eine Verlustrechnung ggf. gekürzt, können Fixkosten als Teil der Schlussabrechnung entsprechend korrigiert werden.

Reicht die Kleinbeihilfenregelung nicht aus, bleibt es beim Nachweis der Verluste im Rahmen der Schlussabrechnung, da dann nur die „Bundesregelung Fixkostenhilfe 2020“ zur Anwendung kommen kann. Ein Änderungsantrag ist nicht erforderlich. Bereits auf Grundlage der „Bundesregelung Fixkostenhilfe 2020“ gestellte Anträge und die ergangenen Bescheide behalten bis zur Schlussabrechnung ihre Gültigkeit.

Überbrückungshilfe III

Die Überbrückungshilfe III setzt die im Dezember 2020 endende Überbrückungshilfe II fort. Im Rahmen der weiteren Lockdown-Entscheidungen kam es immer wieder zu Anpassungen und Erweiterungen beim Hilfsprogramm.

So wurde der Förderhöchstbetrag mehrmals deutlich erhöht und auf bis zu 1,5 Millionen Euro (statt der bislang vorgesehenen 200.000 Euro bzw. 500.000 Euro). Im Rahmen der Verlängerung der Corona-Hilfen im Juni 2021 wurden insbesondere die Förderhöhen nochmals angepasst. (siehe unten)

Die ursprüngliche Beschränkung auf kleine und mittlere Unternehmen ist entfallen. Antragsberechtigt sind nunmehr alle Unternehmen mit einem Jahresumsatz von maximal 750 Millionen Euro, die in einem Monat einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Referenzmonat des Jahres 2019 nachweisen können. In begründeten Härtefällen besteht die Möglichkeit, alternative Vergleichszeiträume zur Ermittlung des Umsatzrückgangs im Jahr 2019 zu wählen. Abschlagzahlungen auf die voraussichtliche Fördersumme werden bis zu einem Gesamtbetrag von 100.000 Euro pro Fördermonat zeitnah nach Antragstellung ausbezahlt. Ab dem 26. Februar 2021 beträgt die Obergrenze der Summe der Abschlagszahlungen 800.000 Euro statt bisher 400.000 Euro. 

Ab dem 3. März 2021 entfällt die bisherige Umsatzhöchstgrenze von 750 Millionen Euro für Unternehmen, die vom Lockdown betroffen sind. Darunter fallen Unternehmen des Einzelhandels, der Veranstaltungs- und Kulturbranche, der Hotellerie, der Gastronomie und der Pyrotechnikbranche, die von Schließungsanordnungen auf Grundlage eines Bund-Länder-Beschlusses betroffen sind, sowie Unternehmen des Großhandels und der Reisebranche. Somit bekommen nun auch größere Mittelständler die Möglichkeit, die Überbrückungshilfe III zu beantragen.

Unternehmen in Trägerschaft von Religionsgemeinschaften sind ab jetzt ebenso antragsberechtigt wie junge Unternehmen bis zum Gründungsdatum 31. Oktober 2020. Bislang konnten nur Unternehmen, die bis zum 30. April 2020 gegründet waren, einen Antrag stellen.

Der Förderzeitraum umfasst nun die Monate von November 2020 bis Juni 2021. Unternehmen, die bereits die November- bzw. Dezemberhilfe erhalten haben, sind für diese beiden Monate nicht antragsberechtigt. Die Leistungen der Überbrückungshilfe II werden für die entsprechenden Monate angerechnet.

Grundsätzlich besteht für Unternehmen ab der Überbrückungshilfe III ein Wahlrecht, nach welcher beihilferechtlichen Regelung sie eine Hilfe beantragen möchten. Diese kann grundsätzlich auf Basis der Bundesregelung Fixkostenhilfe geschehen. Hier ist allerdings zu beachten, dass hierbei ungedeckte Fixkosten bzw. Verluste nachgewiesen werden müssen. Die Förderung beträgt zwischen 70 und 100 Prozent der ungedeckten Fixkosten bei einer Deckelung der Gesamtförderung eines Unternehmens auf 10 Millionen Euro. Wahlweise können auch Zuschüsse nach der Kleinbeihilfenregelung sowie der De-minimis-Verordnung beantragt werden. Hier entfällt ein entsprechender zwangsweiser Verlustnachweis. Die Höchstgrenze dieser Förderung beträgt pro Unternehmen insgesamt 2 Millionen Euro. Beihilfen aus anderen Förderprogrammen werden jeweils auf die vorgenannten Obergrenzen angerechnet.

Erstattungsfähig sind jetzt auch Kosten für die bauliche Modernisierung, die Renovierung oder den Umbau, um die Hygieneanforderungen zu erfüllen. Die hierfür maximal erstattungsfähigen Kosten liegen bei monatlich 200.000 Euro. Hinzugekommen sind darüber hinaus noch Investitionen in die Digitalisierung, so zum Beispiel für den Aufbau oder die Erweiterung eines Onlineshops. Hierfür können einmalig Kosten von 20.000 Euro berücksichtigt werden. Sämtliche Investitionen in einem der beiden Bereiche müssen im Zeitraum März 2020 bis Juni 2021 angefallen sein. Gleichfalls sind Marketing- und Werbekosten maximal in Höhe der entsprechenden Ausgaben des Jahres 2019 förderfähig.

Abschreibungen von Wirtschaftsgütern werden bis zu 50 Prozent als förderfähige Kosten anerkannt.

Auch die branchenspezifische Fixkostenregelung für die Reisebranche wird erweitert. Weiterhin förderfähig sind das Ausbleiben oder die Rückzahlung von Provisionen von Reisebüros wegen Corona-bedingter Stornierungen und Absagen. Die bisherige Begrenzung auf Pauschalreisen wird aufgehoben. Ferner werden auch kurzfristige Buchungen berücksichtigt. Im Januar 2021 wurden die Regelungen noch einmal ergänzt. So werden nun externe Vorbereitungs- und Ausfallkosten um eine 50%-Pauschale für interne Kosten erhöht. Diese können auch bei den Fixkosten berücksichtigt werden.

Besondere Regelungen gelten auch für die Veranstaltungs- und die Kulturbranche. Diese können Ausfall- und Vorbereitungskosten geltend machen, sofern sie bis zu 12 Monate vor Beginn des geplanten Veranstaltungsdatums angefallen sind. Dabei sind sowohl interne als auch externe Ausfallkosten förderfähig. Die Kulturbranche soll zusätzlich mit einem Sonderfonds unterstützt werden, der Bonuszahlungen für Kulturveranstaltungen ermöglichen und das Risiko von Veranstaltungsplanungen in der unsicheren Zeit der Pandemie abfedern soll.

Für Unternehmen der Veranstaltungs- und Reisewirtschaft wird zusätzlich für jeden Fördermonat eine Anschubhilfe in Höhe von 20 Prozent der Lohnsumme eingeführt, die im entsprechenden Referenzmonat 2019 angefallen wäre. Die maximale Gesamtförderhöhe dieser Anschubhilfe beträgt 2 Mio. Euro.

Die Überbrückungshilfe III berücksichtigt nun auch erstmalig die besondere Situation der Soloselbständigen. Sie konnten bisher von den Förderprogrammen nur wenig profitieren, da sie kaum nach dem bisherigen Kostenkatalog förderfähige Fixkosten nachweisen konnten. Alternativ zum Einzelnachweis der Fixkosten können sie künftig eine einmalige Betriebskostenpauschale in Höhe von 50 Prozent des Vergleichsumsatzes in Ansatz bringen. Der Vergleichsumsatz beträgt im Regelfall 50 Prozent des Gesamtumsatzes 2019. Mit der sogenannten „Neustarthilfe“ erhalten sie bis zu 7.500 Euro als Zuschuss. Die volle Neustarthilfe erhält, wessen Umsatz im Zeitraum Januar 2021 bis Juni 2021 im Vergleich zu einem sechsmonatigen Referenzumsatz 2019 um 60 Prozent oder mehr zurückgeht. Die Pauschale wird zu Beginn der Laufzeit als Vorschuss gezahlt und nicht auf Leistungen der Grundsicherung oder bei der Einkommensermittlung zur Bestimmung des Kinderzuschlags berücksichtigt.

Die Neustarthilfe steht nun auch sogenannten unständig Beschäftigten zu. Hierunter fallen insbesondere Schauspieler und Schauspielerinnen; Einkünfte aus unständiger Beschäftigung werden insoweit den Umsätzen aus Soloselbstständigkeit gleichgestellt.

Für die Neustarthilfe sind die Soloselbständigen unter besonderen Identifizierungspflichten direkt antragsberechtigt, also auch ohne Einschaltung eines Steuerberaters.

Neben den Soloselbständigen steht seit April 2021 auch Gesellschaftern von Personengesellschaften ein Wahlrecht hinsichtlich der Antragstellung zu: Sie können den Antrag auf Neustarthilfe entweder über einen prüfenden Dritten oder als Direktantrag stellen. Damit müssen nur noch Kapitalgesellschaften den Antrag auf Neustarthilfe über prüfende Dritte stellen.

Um im Einzelfall die günstigste Hilfe zu bestimmen, können Unternehmen und Soloselbstständige zum Zeitpunkt der Schlussabrechnung zwischen Neustarthilfe und Überbrückungshilfe III wählen. Damit wird dem unsicheren Verlauf der ökonomischen Entwicklung Rechnung getragen. 

Für den Einzelhandel sowie Hersteller und Großhändler werden besondere Erleichterungen insbesondere im Hinblick auf Saisonwaren vorgesehen. So können unter bestimmten Voraussetzungen Abschreibungen sowohl auf Waren der Wintersaison 2020/2021 als auch auf die Frühlings-/Sommersaison 2021 bei den Fixkosten geltend gemacht werden. Diese Abschreibungen können zu 100 Prozent als Fixkosten angesetzt werden. Damit wird die bereits vorgesehene Möglichkeit der handelsrechtlichen Abschreibungen für Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens in Höhe von 50 Prozent des Abschreibungsbetrages als förderfähige Kosten ergänzt. Um Missbrauch zu vermeiden, ist eine Voraussetzung, dass die Unternehmen im Jahr 2019 aus ihrer regulären Geschäftstätigkeit einen Gewinn erwirtschaftet haben, im Jahr 2020 einen Verlust erleiden und direkt von den Schließungsanordnungen betroffen sind. Für Unternehmen, die erst 2020 gegründet wurden, gelten Sonderregeln. 

Für die Industrie der Pyrotechnik gilt ebenfalls eine branchenspezifische Regelung. Es können Förderungen für die Monate März bis Dezember 2020 beantragt werden. Zusätzlich können Lager- und Transportkosten für den Zeitraum Dezember 2020 bis Juni 2021 angesetzt werden.

Die Antragstellung für die Überbrückungshilfe III ist seit dem 10. Februar 2021 freigeschaltet und online. Die Neustarthilfe kann seit dem 16. Februar 2021 beantragt werden.

Verlängerung der Überbrückungshilfe III und Überbrückungshilfe III Plus

Die Antragsvoraussetzungen und die Fördermöglichkeiten der verlängerten Überbrückungshilfe III und der Überbrückungshilfe III Plus entsprechend weitgehend den Voraussetzungen der ursprünglichen Überbrückungshilfe III. Der maximale monatliche Förderbetrag in beiden Hilfen beträgt zukünftig 10. Mio Euro. Ab dem 23. Juli 2021 können Erstanträge auf Überbrückungshilfe III Plus gestellt werden.

Die Obergrenze für Förderungen aus beiden Programmen beträgt nun maximal 52 Mio. Euro. Sie setzt sich aus 12 Mio. Euro aus dem geltenden EU-Beihilferahmen bestehend aus Kleinbeihilfe, De-Minimis sowie Fixkostenhilfe sowie 40 Mio. Euro aus dem neuen Beihilferahmen der Bundesregelung Schadensausgleich zusammen. Die neue EU-Regelung zum Schadensausgleich gilt für Unternehmen, die von staatlichen Schließungsmaßnahmen direkt oder indirekt betroffen sind. Diese können künftig Schäden von bis zu 40 Mio. Euro geltend machen. Seit dem 24. August 2021 können diese durch den Lockdown entstandene Schäden auf Grundlage der Bundesregelung Schadensausgleich geltend gemacht werden.

Neu im Programm der Überbrückungshilfe III Plus sind folgende Punkte:

  • Unternehmen, die im Zuge der Wiedereröffnung Personal aus der Kurzarbeit zurückholen, neu einstellen oder anderweitig die Beschäftigung erhöhen, erhalten wahlweise zur bestehenden Personalkostenpauschale eine Personalkostenhilfe („Restart-Prämie“) als Zuschuss zu den dadurch steigenden Personalkosten. Sie erhalten auf die Differenz der tatsächlichen Personalkosten im Fördermonat Juli 2021 zu den Personalkosten im Mai 2021 einen Zuschuss von 60 Prozent. Im August beträgt der Zuschuss noch 40 Prozent und im September 20 Prozent. Nach September 2021 wird kein Zuschuss mehr gewährt.
  • Ersetzt werden künftig Anwalts- und Gerichtskosten von bis zu 20.000 Euro pro Monat für die insolvenzabwendende Restrukturierung von Unternehmen in einer drohenden Zahlungsunfähigkeit.
  • Die Neustarthilfe für Soloselbstständige wird als Neustarthilfe Plus verlängert und erhöht sich von bis zu 1.250 Euro pro Monat für den Zeitraum von Januar bis Juni 2021 auf bis zu 1.500 Euro pro Monat für den Zeitraum von Juli bis September 2021. Für den gesamten Förderzeitraum von Januar bis September 2021 können Soloselbstständige somit bis zu 12.000 Euro bekommen. Zunächst kann die Neustarthilfe Plus nur per Direktantrag im eigenen Namen beantragt werden. Die Antragsfrist endet am 31. Oktober 2021.

Bundeseinheitliche ELSTER-Steuernummer

Für die Beantragung der Corona-Hilfen wird die bundeseinheitliche ELSTER-Steuernummer benötigt. In vielen Fällen ist aber nur die Steuernummer im Format des jeweiligen Bundeslandes bekannt. Mit dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie freigeschalteten Online-Umrechnungstool kann man nun aus der landesspezifischen Steuernummer ganz einfach die bundeseinheitliche 13-stellige ELSTER-Steuernummer berechnen.

Newsletter

Einen ausführlicheren Überblick über die Überbrückungshilfe I und II erhalten Sie in unserem Sondernewsletter (Stand September 2020), den Sie als PDF herunterladen können. Informationen zur Überbrückungshilfe III erhalten Sie im entsprechenden Sondernewsletter. Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Ihren gewohnten RSM-Ansprechpartner.

Sondernewsletter | Corona: Überbrückungshilfen des Bundes: Überbrückungshilfe III

Download PDF

Sondernewsletter | Corona: Überbrückungshilfen des Bundes | Stand September 2020

Download PDF

Lokale Ansprechpartner

Wählen Sie aus der Liste Ihren lokalen Ansprechpartner aus.

Internet Explorer 11 wird nicht unterstützt.

Wir haben festgestellt, dass Sie einen veralteten Browser verwenden. Wir empfehlen Ihnen, einen aktuellen Browser zu nutzen, um Ihre Sicherheit zu erhöhen und alle Funktionalitäten der RSM-Website nutzen zu können.

Wir empfehlen die folgenden Browser: