EU: Übernahme von Änderungen an IFRS 16

Die Europäische Union (EU) hat am 31. August 2021 die Verordnung (EG) Nr. 2021/1421 bezüglich der Übernahme bestimmter internationaler Rechnungslegungsstandards in Übereinstimmung mit der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates veröffentlicht.

Mit der Änderung des International Financial Reporting Standard (IFRS) 16 Leasingverhältnisse werden die optionalen, befristeten COVID-19-bezogenen Entlastungen für Leasingnehmer bei Leasingverträgen mit Zahlungsentlastungen in Bezug auf ursprünglich vor dem oder zum 30. Juni 2021 fällige Zahlungen auf vor dem oder zum 30. Juni 2022 fällige Zahlungen ausgeweitet. Dazu wird Paragraph 46B geändert und die Paragraphen C1C und C20BA-C20BC werden angefügt.

Paragraph 46B: Änderung von Leasingverhältnissen

Der praktische Behelf des Paragraphen 46A gilt nur für Mietkonzessionen, die eine unmittelbare Folge der Covid-19-Pandemie sind. Außerdem müssen die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

  • die Veränderung bei den Leasingzahlungen führt dazu, dass das geänderte Entgelt für das Leasingverhältnis im Wesentlichen gleich hoch wie das Entgelt oder niedriger als das Entgelt für das Leasingverhältnis unmittelbar vor der Veränderung ist,
  • eine etwaige Verringerung der Leasingzahlungen betrifft nur Zahlungen, die ursprünglich zum oder vor dem 30. Juni 2022 fällig sind (eine Mietkonzession, die zu verringerten Leasingzahlungen bis zum 30. Juni 2022 und erhöhten Leasingzahlungen nach dem 30. Juni 2022 führt, würde diese Voraussetzung beispielsweise erfüllen) und
  • die übrigen Vertragsbedingungen des Leasingverhältnisses erfahren keine wesentliche Veränderung

C1C: Zeitpunkt des Inkrafttretens

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat als Geltungsbeginn der Änderungen an IFRS 16 Leasingverhältnisse den 1. April 2021 festgesetzt. Um für die betroffenen Emittenten Rechtssicherheit zu gewährleisten und Konsistenz mit anderen in der Verordnung (EG) Nr. 1126/2008 festgelegten Rechnungslegungsstandards sicherzustellen, sollten die Bestimmungen der veröffentlichten Verordnung daher rückwirkend gelten.

Leasingnehmer haben diese Änderung auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. April 2021 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig, und zwar auch auf Abschlüsse, die am 31. März 2021 noch nicht zur Veröffentlichung freigegeben waren.

C20BA, C20BB C20BC: Übergangsvorschriften

Gemäß C20BA hat ein Leasingnehmer Covid-19-bezogene Mietkonzessionen nach dem 30. Juni 2021 rückwirkend anzuwenden und die kumulierten Auswirkungen der erstmaligen Anwendung dieser Änderung zu Beginn des Geschäftsjahres, in dem er die Änderung erstmals anwendet, als Berichtigung des Eröffnungsbilanzwerts der Gewinnrücklagen (oder ggf. einer anderen Eigenkapitalkomponente) zu erfassen.

In der Berichtsperiode, in der ein Leasingnehmer Covid-19-bezogene Mietkonzessionen nach dem 30. Juni 2021 erstmals anwendet, ist er nicht zu den in IAS 8 Paragraph 28 (f) verlangten Angaben verpflichtet (C20BB).

Gemäß Paragraph 2 C20BC hat ein Leasingnehmer den praktischen Behelf in Paragraph 46A auf ähnlich ausgestaltete Verträge und unter ähnlichen Umständen konsistent anzuwenden, unabhängig davon, ob der Vertrag deshalb für den praktischen Behelf in Frage kam, weil der Leasingnehmer Covid-19-bezogene Mietkonzessionen oder Covid-19-bezogene Mietkonzessionen nach dem 30. Juni 2021 angewandt hat.

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