Verschärfung der Wegzugsbesteuerung ab 2022

Ab dem Veranlagungszeitraum 2022 wird im Rahmen des ATAD-Umsetzungsgesetzes die Wegzugsbesteuerung deutlich verschärft. Diese greift bei einem Wegzug von natürlichen Personen ins Ausland: für im Privatvermögen gehaltene Beteiligungen an Kapitalgesellschaften mit einer Beteiligungsquote von mindestens 1 Prozent wird im Zeitpunkt des Wegzugs im Grundsatz eine Veräußerung der Anteile fingiert, was zur Aufdeckung der stillen Reserven in den Anteilen führt.

Bis Ende 2021 gilt bei einem Wegzug eines Staatsangehörigen eines EU-/EWR-Staats in einen anderen EU-/EWR-Staat, dass diese durch die fingierte Veräußerung der Anteile ausgelöste Einkommensteuer zwar festgesetzt wird. Diese Steuer wird aber von Amts wegen unbefristet, zinslos und ohne Sicherheitsleistung gestundet. Findet später (im Ausland) eine tatsächliche Anteilsveräußerung statt, wird die ursprünglich in Deutschland gewährte Stundung widerrufen und ist die deutsche Einkommensteuer zu bezahlen.


Diese Stundungsregelung entfällt ab 2022. Künftig besteht für alle Wegzüge (unabhängig davon, ob ein Wegzug in einen EU-/EWR- oder Drittstatt erfolgt) die Möglichkeit, auf Antrag die Steuer in 7 gleich hohen Jahresraten zu bezahlen. Voraussetzung für die Ratenzahlung ist, dass eine Sicherheit an das Finanzamt geleistet wird. Die Ratenzahlung ist zinsfrei.
 

Eine weitere Verschärfung betrifft die Voraussetzungen der Wegzugsbesteuerung: Bisher muss der Steuerpflichtige „insgesamt“, d. h. im Laufe seines gesamten Lebens bis zum Wegzug, mindestens 10 Jahre unbeschränkt in Deutschland steuerpflichtig gewesen sein, um überhaupt unter die Wegzugsbesteuerung zu fallen. Ab 2022 wird die Frist auf 7 Jahre verkürzt.


Hinweis: Dieser Beitrag ist in unserer Mandantenzeitschrift moneo 5/2021 erschienen.

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Dr. Karsten Ley

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